So bereiten Sie Ihren Baustellenalltag auf den Umstieg von Diesel auf Elektrobetrieb vor

In diesem Artikel:

  • Der Umstieg auf Elektroantrieb verändert Ihre tägliche Baustellenplanung weitaus starker als Ihre Bedienungstechnik in der Kabine.
  • Der Verzicht auf Diesel minimiert Kontrollen von Betriebsflüssigkeiten und den Aufwand für die Kraftstofflogistik; stattdessen sind lediglich eine einfache Stromplanung am Einsatzort und diszipliniertes Anschließen erforderlich.
  • Das tägliche Energiemanagement basiert auf zwei Methoden: langsames Laden mit Wechselstrom zwischen den Schichten und schnelles Laden mit Gleichstrom zur Mittagszeit während geplanter Stillstandszeiten.

Wenn man in der Kabine eines Elektrobaggers sitzt, wirkt alles sofort vertraut. Die Joysticks, die Anbaugerätegeschwindigkeit, die Ausbrechkräfte und das hydraulische Ansprechverhalten der Develon-Elektrobaureihe entsprechen den bewährten Dieselmodellen, die Sie bereits einsetzen. Die Bediener müssen weder das Graben neu erlernen noch ihren Bedienstil anpassen, um produktiv zu bleiben.

Die wahre Veränderung findet außerhalb der Kabine statt. Der Umstieg von Diesel auf Akkubetrieb verändert den logistischen Rhythmus auf der Baustelle. Anstelle der Organisation von Kraftstofflieferungen, Kraftstoffkanistern und morgendlichen Aufwärmvorgängen wird die Energieplanung zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Zeitplans. Es geht nicht um mehr Komplexität, sondern um einen einfachen Wechsel von Dieselaufgaben hin zu sauberem Energiemanagement.

1.
Was wegfällt und was an seine Stelle tritt

Der Umstieg von Diesel auf Elektroantrieb macht traditionelle Morgenrituale und Wintervorbereitungen überflüssig und ersetzt die Logistik für Kraftstoff durch ein einfaches Energiemanagement auf der Baustelle.

Was wegfällt (Diesel-Routinen):

  • Motorölkontrollen: Keine Ölstände mehr überwachen, keine Ölwechsel und keine Entsorgung von Öl.
  • Filter- und Nachbehandlungswartung: Keine Kraftstofffilter, Luftvorfilter, AdBlue®-Nachfüllungen oder DPF-Regenerationszyklen.
  • Kraftstofflogistik und Wintervorbereitung: Keine Dieseltanks, Kraftstofflieferungen, Kraftstoffkanister oder Kälteschutzadditive bei Frost.
  • Morgendliches Warmlaufen im Leerlauf: Verkürzte Aufwärmzeit vor dem Einsatz der Hydraulik.

Was tritt an seine Stelle (elektrische Disziplin):

  • Anschließen am Ende der Schicht: Festlegung klarer Zuständigkeit für das Anschließen der Maschine über Nacht und die Überprüfung des Ladevorgangs.
  • Koordination der Stromversorgung vor Ort: Überprüfung der Stromverfügbarkeit vor Ort vor der Anlieferung, unter Berücksichtigung sowohl des gesamten Stromverbrauchs auf der Baustelle als auch der Steckdosenkompatibilität (230 V vs. 3-phasig 400 V) .
  • Standardmäßige mechanische Überprüfungen: Die täglichen Inspektionen konzentrieren sich ausschließlich auf Verschleißteile – Raupen, Bolzen, Schaufelzähne und Hydraulikleitungen.

Anstatt die Arbeiten vor Ort zu eliminieren, tauscht der Elektrobetrieb die Logistik für Kraftstoff gegen eine tägliche Ladedisziplin ein. Wenn jemand vergisst, die Maschine nachts anzuschließen, kommt die nächste Schicht zum Stillstand, bevor sie überhaupt begonnen hat.

2.
Wie plant man das Laden: Wechselstrom oder Gleichstrom?

Das Laden lässt sich gut in eine normale Arbeitsschicht integrieren, sobald Sie es in zwei unterschiedliche technische Kategorien unterteilen:

  • Langsames Laden über Nacht (Wechselstrom): Hierbei wird Wechselstrom direkt aus dem Stromnetz oder der Baustellenversorgung über das integrierte Ladegerät der Maschine genutzt. Je nach Maschinengröße kann dies Ihre primäre Routine zwischen den Schichten sein – schließen Sie die Maschine am Ende des Tages an, und sie lädt sich über Nacht im geparkten Zustand vollständig auf.
  • Schnelles Laden zur Mittagszeit (Gleichstrom): Verwendet anstelle des integrierten Ladegeräts der Maschine ein spezielles externes Ladegerät, um den Akku mit Hochleistungs-Gleichstrom zu versorgen. Diese Option füllt den Akku während der Mittagspause oder bei Schichtwechseln der Bediener bei schweren, kontinuierlich laufenden Grabungsprojekten wieder auf.

Ladespezifikationen der Develon-Elektrobaureihe

Modell Kategorie Batteriepack Laden mit Wechselstrom Schnelles Laden mit Gleichstrom Erforderlicher Netzanschluss (Wechselstrom)
DX20ZE-7 Minibagger 20,4 kWh 3 kW
(~8 h)
15 kW
(~1,1 h)
Standardmäßige 230-V-Steckdose
DX23E-7 Minibagger 32 kWh / 40 kWh 3 oder 6 kW
(~6–13 h)
15 kW
(~1,5–2,5 h)
Standardmäßige 230-V-Steckdose
DX85RE-7 Minibagger 235 kWh 22 kW
(~10 h)
105 kW
(~2 h)
3-phasiger Industriestromanschluss (32 A oder 63 A)
DX100WE-7 Mobilbagger 235 kWh 22 kW
(~10 h)
105 kW
(~2 h)
3-phasiger Industriestromanschluss (32 A oder 63 A)
DX160WE-7K Mobilbagger 380 kWh 40 kW
(~6 h)
180 kW
(~1,5 h)
3-phasiger Industriestromanschluss (32 A oder 63 A)
DX230LCE-7 Kettenbagger 435 kWh 40 kW
(~8 h)
180 kW
(~2 h)
3-phasiger Industriestromanschluss (32 A oder 63 A)
DX250LCE-7 Kettenbagger 570 kWh 40 kW
(~9 h)
180 kW
(~2,5 h)
3-phasiger Industriestromanschluss (32 A oder 63 A)

(Hinweis: Die Ladezeiten sind ungefähre Angaben und variieren je nach Netzstabilität, Umgebungstemperaturen und Bedingungen des Wärmemanagements.)

3.
Wo wird die Maschine aufgeladen?

Die Wahl des richtigen Aufladestandorts ist oft entscheidender als das Ladegerät selbst. Die Logistik vor Ort lässt sich im Allgemeinen in drei Hauptszenarien unterteilen:

  • Rückkehr zum Betriebshof: Die einfachste Option. Die Maschine wird über Nacht an einem festen Standort aufgeladen, an dem die Stromversorgung, die Sicherheit vor Ort und die betriebliche Verantwortung unkompliziert zu handhaben sind.
  • Verbleibt vor Ort: Erfordert eine Überprüfung der elektrischen Infrastruktur vor Ort vor der Anlieferung. Während Kompaktmodelle wie der DX23E-7 über Nacht an einem standardmäßigen 230-V-Stromanschluss aufgeladen werden können, benötigen größere Bagger einen dedizierten 3-phasigen Industrieanschluss für das Laden mit Wechselstrom. Gehen Sie niemals davon aus, dass ein mit Strom versorgter Standort über den richtigen Anschluss verfügt.
  • Kein geeigneter Netzanschluss verfügbar: Der netzunabhängige Betrieb stützt sich auf mobile Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) und temporäre Schnellladeeinheiten. Diese mobilen Stromversorgungszentren schließen die Infrastrukturlücke auf Neubaustandorten, vorausgesetzt, ihre Miet- bzw. Anschaffungskosten sowie die Transportlogistik werden neben den Maschinenbetriebskosten in das ursprüngliche Projektbudget einbezogen.

Fazit: Stromversorgung auf der Baustelle als kritischer Logistikfaktor

Das Laden findet nicht isoliert statt. Baustellencontainer, Beleuchtung und Elektrowerkzeuge nutzen denselben Netzanschluss – daher sind ein automatisches Lademanagement oder zeitversetzte Ladepläne erforderlich, damit der Schutzschalter auf der Baustelle nicht auslöst wird.

Der Schlüssel zum erfolgreichen Einsatz elektrischer Maschinen liegt in einer einfachen Vorbereitung vor der Anlieferung: Kompatibilität des Stromanschlusses (230 V oder 3-phasig 400 V) sicherstellen, bevor der Tieflader losfährt, die Konditionen für die gewerbliche Strommessung vorab vereinbaren und die Zuständigkeit für das Anschließen nach Schichtende eindeutig einer Person zuweisen.

4.
Reicht eine einzige Ladung für Ihren Arbeitstag aus?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort. Die Laufzeit hängt von der Maschinengröße, der Art der Arbeit, der Arbeitsintensität, den Anbaugeräten, der Schichtlänge und den Betriebsbedingungen ab.

Eine Maschine, die gelegentlich Versorgungsarbeiten ausführt, verbraucht Energie ganz anders als eine, die stundenlang ununterbrochen gräbt. Die richtige Frage lautet also nicht nur: „Wie lange hält der Akku?“, sondern: „Passt diese Laufzeit zu den Arbeiten, die ich tatsächlich ausführe?“ Dies sollten Sie prüfen, bevor Sie entscheiden, wo eine elektrische Maschine in Ihren Maschinenpark passt.

So bewerten Sie Ihre spezifischen Baustellenbedingungen, die Arbeitsintensität und den zu erwartenden Akkuverbrauch:

  • Lesen Sie unseren Artikel darüber, ob ein Elektrobagger für Ihre Baustelle geeignet ist, um zu erfahren, wie Sie Maschinenleistung und Schichtlängen an Ihre Bedürfnisse anpassen können.
  • Nutzen Sie den interaktiven Develon-Laderechner, um Ihre geschätzte tägliche Laufzeit zu berechnen und festzustellen, ob für Ihr Betriebsprofil eine Aufladung mit Gleichstrom zur Mittagszeit erforderlich ist.

5.
Was benötigt die Baustelle vor der Anlieferung?

Bevor Ihre erste elektrische Maschine auf der Baustelle eintrifft, gehen Sie diese praktische Checkliste für die Inbetriebnahme durch:

  • Überprüfen Sie die Anschlussstärke: Vergewissern Sie sich, dass die Stromversorgung auf der Baustelle der Maschinenklasse entspricht (standardmäßiger 230-V-Anschluss für Kompaktmodelle bzw. dreiphasiger 400-V-Industrieanschluss für schwere Bagger, einschließlich verfügbarer Stromstärke).
  • Planen Sie die Gesamtstromaufnahme der Baustelle ein: Verteilen Sie die Ladezeiten zeitlich oder installieren Sie ein automatisiertes Lademanagement, um sicherzustellen, dass die gemeinsame Stromaufnahme durch Container, Werkzeuge und Beleuchtung den Schutzschalter auf der Baustelle nicht auslöst.
  • Bestellen Sie die Netzinfrastruktur frühzeitig: Beantragen Sie temporäre Netzanschlüsse für die Baustelle oder Leistungserhöhungen bereits Wochen im Voraus während der ersten Projektplanung und nicht erst in der Mobilisierungswoche.
  • Legen Sie die Zuständigkeit für das Anschließen fest: Ernennen Sie einen bestimmten Bediener oder Baustellenleiter, der dafür verantwortlich ist, das Ladegerät nachts anzuschließen und zu überprüfen, ob der Ladevorgang begonnen hat.
  • Planen Sie die Anordnung und Sicherheit: Stellen Sie wetterfeste Ladepunkte außerhalb des Bereichs von Aushub- und Transportverkehr auf, verlegen Sie schwere Stromkabel fernab von Fahrwegen, um Kabelschäden zu vermeiden, und sichern Sie externe Gleichstromladegeräte über Nacht.
  • Bestätigen Sie netzunabhängige Ausweichlösungen: Falls vor Ort noch kein Stromnetz verfügbar ist, planen Sie mobile Batterie-Energiespeichersysteme (BESS) und temporäre mobile Ladegeräte rechtzeitig vor der Anlieferung ein und organisieren Sie diese.

Fragen und Antworten

Wie lange läuft ein Elektrobagger mit einer Ladung?

Die Laufzeit hängt von vielen Faktoren ab: dem Modell, der Akkukapazität, der Temperatur und dem Leistungszyklus auf der Baustelle:

  • Minibagger DX20ZE-7: Bis zu 6 Stunden bei voller Ladung.
  • Minibagger DX23E-7: Bis zu 8 Stunden bei voller Ladung.
  • Minibagger DX85RE-7: Bis zu 10 Stunden.
  • Mobilbagger DX100WE-7: Bis zu 8 Stunden.
  • Mobilbagger DX160WE-7K: Bis zu 10 Stunden.
  • Kettenbagger DX230LCE-7: Rund 9 Stunden.
  • Kettenbagger DX250LCE-7: Bis zu 12 Stunden.

Durchgehende schwere Grab- oder Hydraulikhammerarbeiten verbrauchen Energie schneller, während gelegentliches Grab-, Versorgungs- oder Landschaftsbauarbeiten deutlich weniger Energie erfordern. Da Elektromotoren im Leerlauf keine Energie verbrauchen, verlängert das Warten zwischen den Arbeitszyklen die Gesamtbetriebszeit.

Was ist der wesentliche Unterschied zwischen langsamer und schneller Ladung?

  • Langsames Laden mit Wechselstrom: Verwendet Wechselstrom direkt aus dem Stromnetz oder einem Anschluss auf dem Baugelände. Dies ist ideal für das Laden über Nacht, während die Maschine zwischen den Schichten abgestellt ist.
  • Schnelles Laden mit Gleichstrom: Umgeht das integrierte Ladegerät durch Gleichstrom über ein externes Ladegerät und eignet sich daher ideal für schnelles Aufladen während der Mittagspause.

Welche Stromversorgung benötigt meine Baustelle?

  • Kompaktmodelle (z. B. DX20ZE-7 und DX23E-7): Laden langsam über eine standardmäßige 230-V-Steckdose, sodass sie an fast jedem Standort oder auf jedem Baugelände problemlos angeschlossen werden können.
  • Schwere Modelle und Radmodelle (z. B. DX85RE-7, DX160WE-7K und DX250LCE-7): Benötigen eine 3-phasige Industriesteckdose für das langsame Laden mit Wechselstrom.
  • Schnelles Laden mit Gleichstrom: Erfordert stets ein externes Gleichstromladegerät, das Develon zusammen mit den größeren Maschinenmodellen liefern kann.

Wie früh sollte man den Stromnetzanschluss organisieren?

Sobald die Projektplanung beginnt. Prüfen Sie, ob die vorhandene Stromversorgung der Baustelle die Last der Maschine decken kann, und stellen Sie die Stromversorgung entsprechend sicher.

Wo sollte die Ladestation platziert werden?

Platzieren Sie Ladestationen in der Nähe des Hauptarbeitsbereichs, jedoch in sicherem Abstand zu Grabungs- und aktiven Verkehrsbereichen. Stellen Sie sicher, dass die Anschlüsse wetterfest sind und die Stromkabel sicher verlegt werden, sodass schwere Maschinen nicht darüber fahren können. Sichern Sie externe Gleichstromladegeräte außerhalb der Arbeitszeiten.

Wie laden wir mehrere Maschinen, ohne den Stromanschluss auf der Baustelle zu überlasten?

Planen Sie das Laden zeitlich, anstatt alle Maschinen gleichzeitig anzuschließen. Laden Sie über Nacht mit Wechselstrom, staffeln Sie das schnelle Laden mit Gleichstrom tagsüber auf die einzelnen Maschinen und nutzen Sie das Lademanagement, um die Gesamtkapazität der Baustelle strikt einzuhalten. Berücksichtigen Sie bei der Budgetplanung stets den Gesamtbedarf der Baustelle – einschließlich Baustellencontainer und Beleuchtung – und nicht nur den der Maschinen.

Was ist, wenn die Baustelle noch über keinen nutzbaren Stromanschluss verfügt?

Es gibt netzunabhängige Lösungen, die problemlos gemietet werden können: 

  • Mobile Batterie-Energiespeichersysteme (BESS): Können per Lkw direkt zu den Maschinen auf der Baustelle transportiert und nach Entladung wieder zu einer festen Ladestation zurückgebracht werden.
  • Mobile Hybrideinheiten: Systeme, die Batteriespeicher mit Solarmodulen oder einem Generator kombinieren, können die frühen Phasen der Baustellenerschließung problemlos überbrücken, bis die Stromnetzinfrastruktur verfügbar ist.

Was muss das Team ändern?

In der Fahrerkabine nicht viel, aber die tägliche Disziplin auf der Baustelle muss gewährleistet sein:

  • Ernennen Sie eine bestimmte Person, die für das Anschließen am Ende der Schicht verantwortlich ist.
  • Beziehen Sie die Ladeverfahren in die standardmäßige Einweisung auf der Baustelle ein.
  • Planen Sie die schwersten und energieintensivsten Grabungsphasen so, dass sie in die geplanten Ladefenster fallen.

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